Glossar
Fertigbau & industrielles Bauen, Begriff für Begriff
Klare, sachliche Definitionen der Bauteile, Bauweisen und Maschinen, die im industriellen Holzbau und Fertighausbau eingesetzt werden. Wo es sinnvoll ist, wird auch erklärt, wie jeder Arbeitsschritt in einer Fertigungsanlage automatisiert wird.
Bauteile
- Ausfachungswand (nichttragende Außenwand) Eine Ausfachungswand ist eine nichttragende Außenwand, die zwischen die Geschossdecken oder das Tragwerk eines Gebäudes eingesetzt wird und die Hülle schließt.
- Ausklinkung Eine Ausklinkung ist eine Aussparung, die in ein Holzbauteil geschnitten wird, damit ein anderes Bauteil darin oder darauf aufliegen kann.
- Binderformen Binderformen sind die Bauarten von Nagelplattenbindern, etwa W-, Pult-, Scheren- und Mehrfachbinder, passend zu Dachform, Spannweite und Dachraumnutzung.
- Dachelement Ein Dachelement ist ein vorgefertigter Dach- oder Deckenabschnitt aus Balken oder Sparren mit Beplankung und oft Dämmung, der mit dem Kran versetzt wird.
- Dachlatte Eine Dachlatte ist eine schmale Holzleiste, die quer über Dach oder Wand befestigt wird und Dachziegel, Fassadenbekleidung oder eine Hinterlüftung trägt.
- Deckenbalken Ein Deckenbalken ist einer der parallel verlegten, waagerechten Träger, die eine Decke tragen und zwischen Wänden oder Unterzügen spannen.
- Deckenelement (Holzbau) Ein Deckenelement ist ein vorgefertigter Deckenabschnitt aus Holzbalken mit Beplankung, oft mit Dämmung und Installationen, der im Ganzen eingehoben wird.
- Eineinhalbgeschossiges Haus Ein eineinhalbgeschossiges Haus hat ein volles Erdgeschoss und ein ausgebautes Dachgeschoss mit Dachschrägen und Kniestock.
- Fassadenbekleidung Die Fassadenbekleidung ist die äußere Haut eines Gebäudes, etwa aus Holzschalung, Platten, Putz oder Klinkerriemchen, die die Wand vor Witterung schützt.
- Fertighaus Ein Fertighaus ist ein Haus, dessen Hauptbauteile (Wände, Decken, Dach) in einem Werk hergestellt und auf der Baustelle montiert werden.
- Gebäudehülle Die Gebäudehülle ist die physische Trennung zwischen innen und außen: Außenwände, Dach, unterste Decke bzw. Bodenplatte, Fenster und Türen.
- Geschlossenes Wandelement Ein geschlossenes Wandelement (oder Dachelement) verlässt das Werk beidseitig beplankt und gedämmt, oft mit Fenstern, Installationen und Fassadenbekleidung.
- Giebel (Giebelwand) Der Giebel ist der dreieckige obere Teil einer Stirnwand zwischen den beiden Dachflächen eines geneigten Dachs.
- Installationsebene Eine Installationsebene ist eine Zone auf der Innenseite von Wand oder Decke vor der Dampfbremse, in der Leitungen und Rohre verlaufen, ohne diese zu durchstoßen.
- Mehrfachständer Ein Mehrfachständer besteht aus zwei oder mehr zusammengefügten Ständern und wird an Ecken, Wandanschlüssen, Öffnungen und unter Punktlasten eingesetzt.
- Nagelplatte Eine Nagelplatte ist eine gezahnte Stahlplatte, die über einem Knotenpunkt in das Holz eingepresst wird und die Stäbe eines Binders oder Rahmens verbindet.
- Nagelplattenbinder Ein Nagelplattenbinder ist ein vorgefertigtes, dreiecksförmig ausgesteiftes Holztragwerk, das das Dach trägt und zwischen den Außenwänden spannt.
- Offenes Wandelement Ein offenes Wandelement ist ein vorgefertigter Wandrahmen, der nur einseitig oder gar nicht beplankt ist, sodass Dämmung und Installation auf der Baustelle folgen.
- Raummodul (Modulbau) Ein Raummodul ist ein vollständiger, dreidimensionaler Gebäudeabschnitt, etwa ein Raum oder eine Wohnung, der im Werk gebaut und als Einheit angeliefert wird.
- Riegel (Holzrahmenbau) Ein Riegel ist ein kurzes, waagerechtes Holz zwischen Ständern oder Balken, das den Rahmen aussteift und Befestigungspunkte für Platten und Einbauten bietet.
- Rohbauöffnung Eine Rohbauöffnung ist die gerahmte Öffnung in einer Wand, in die später ein Fenster oder eine Tür eingebaut wird; sie ist etwas größer als das Bauteil selbst.
- Schwelle und Rähm Schwelle und Rähm sind die waagerechten Hölzer am Fuß und am Kopf eines Wandrahmens, zwischen denen die Ständer befestigt werden.
- Sparren Ein Sparren ist ein geneigter Dachbalken, der vom First bis zur Traufe bzw. Fußpfette verläuft und die Dacheindeckung trägt.
- Ständer (Holzrahmenbau) Ein Ständer ist eines der senkrechten Hölzer (oder Stahlprofile), die zusammen den Rahmen eines Wandelements im Holzrahmenbau bilden.
- Sturz (Fenstersturz) Ein Sturz ist das waagerechte Bauteil über einer Tür- oder Fensteröffnung in einer Rahmenwand, das die Last von oben um die Öffnung herum ableitet.
- Tragende Mittelwand Eine tragende Mittelwand ist eine tragende Innenwand, meist entlang der Hausmitte, die Decken oder Dach zwischen den Außenwänden abstützt.
- Wandelement Ein Wandelement ist ein im Werk vorgefertigter Wandabschnitt aus Holz- oder Stahlrahmen, oft bereits mit Beplankung, Dämmung, Fenstern und Installationen.
- Wärmebrücke Eine Wärmebrücke ist ein örtlich begrenzter Bereich der Gebäudehülle, über den Wärme leichter nach außen entweicht als über die umgebende Konstruktion.
- Winddichtung Die Winddichtung ist die Schicht außen auf der Dämmung, die verhindert, dass Wind hindurchströmt, und gleichzeitig Feuchtigkeit entweichen lässt.
Methoden
- Betonfertigteil Betonfertigteile sind Bauteile wie Wände, Decken, Träger und Treppen, die im Werk betoniert und anschließend auf der Baustelle montiert werden.
- DfMA (fertigungs- und montagegerechte Planung) DfMA ist ein Planungsansatz, der ein Gebäude von Anfang an so gestaltet, dass seine Teile leicht im Werk zu fertigen und schnell auf der Baustelle zu montieren sind.
- Fertighauswerk Ein Fertighauswerk ist eine Produktionsstätte, in der Wände, Decken, Dächer oder komplette Module von Häusern vor der Auslieferung zur Baustelle gefertigt werden.
- Holzrahmenbau Holzrahmenbau ist eine Bauweise, bei der Wände, Decken und Dächer aus einem Gerippe aus Holzständern, Balken und Sparren oder Bindern bestehen, das beplankt wird.
- Holztafelbau Holztafelbau ist eine Bauweise, bei der ein Haus aus flächigen, vorgefertigten Wand-, Decken- und Dachtafeln errichtet wird, die auf der Baustelle montiert werden.
- Industrielles Bauen (Offsite) Industrielles Bauen (Offsite-Bau) heißt, ein Gebäude im Werk statt auf dem Grundstück herzustellen und fertige Elemente oder Module anzuliefern.
- Lean Production (schlanke Produktion) Lean Production ist eine Art, die Fertigung um einen durchgehenden Wertstrom zum Kunden zu organisieren und jeden Schritt zu beseitigen, der nichts dazu beiträgt.
- Mass Customization (kundenindividuelle Massenfertigung) Mass Customization bedeutet, individuell geplante Produkte mit der Effizienz einer Serienfertigung herzustellen.
- Stahlrahmenbau (LGS) Stahlrahmenbau (LGS) nutzt dünnwandige, kaltgeformte Stahlprofile als Alternative zu Holz für die Rahmen von Wänden, Decken und Dächern.
- Taktzeit Die Taktzeit ist das Tempo, in dem ein Produkt fertiggestellt werden muss, um den Bedarf zu decken: verfügbare Produktionszeit geteilt durch die benötigte Stückzahl.
- Vorfertigung Vorfertigung bedeutet, Bauteile in einem Werk herzustellen und sie anschließend auf der Baustelle zu montieren.
Maschinen & Anlagen
- Ausklinksäge Eine Ausklinksäge ist eine spezielle Säge für Ausklinkungen und Aussparungen im Holz, meist mit einem waagerechten und einem senkrechten Sägeblatt.
- Binderpresse (Nagelplattenpresse) Eine Binderpresse ist die hydraulische Maschine, die Nagelplatten in die Knotenpunkte eines Nagelplattenbinders einpresst.
- Compound-Schnitt (Doppelgehrung) Beim Compound-Schnitt wird das Sägeblatt geschwenkt und geneigt, sodass die Schnittfläche zugleich schräg über das Holz und geneigt verläuft.
- Elementverklebung Elementverklebung ist der Klebstoffauftrag zwischen Rahmen und Platten eines Wand-, Decken- oder Dachelements, damit beide als steifere Einheit zusammenwirken.
- Gehrungsschnitt Beim Gehrungsschnitt wird Holz schräg über die Breite gekappt; das Sägeblatt ist geschwenkt, aber senkrecht, die Schnittfläche bleibt lotrecht.
- Industrielle Bildverarbeitung Industrielle Bildverarbeitung (Machine Vision) nutzt Kameras und Bildauswertung, damit eine Maschine die Teile vor ihr erkennen, vermessen und darauf reagieren kann.
- Kappsäge Eine Kappsäge schneidet Holz quer zur Faser auf Länge und Winkel und stellt so die einzelnen Stäbe für Binder, Wände und Decken her.
- Laserprojektion Laserprojektion zeigt die Umrisse jedes Teils als Laserlinien auf dem Arbeitstisch, sodass Bediener Teile ohne Messen oder Anreißen platzieren können.
- Montagevorrichtung (Lehre) Eine Montagevorrichtung (Lehre) hält Teile während der Montage in exakt der richtigen Lage, sodass jedes Exemplar gleich ausfällt.
- Multifunktionsbrücke Eine Multifunktionsbrücke ist ein Portal über Wand- oder Deckenelementen, das mit mehreren Werkzeugen in einer Überfahrt befestigt, sägt, fräst und markiert.
- Nagelbrücke Eine Nagelbrücke ist ein Portal, das über ein Wandelement fährt und die Beplankungsplatten automatisch auf den Rahmen nagelt oder klammert.
- Pufferstation Eine Pufferstation ist ein Platz in einer Fertigungslinie, an dem Elemente zwischen zwei Prozessen warten, damit ein kurzer Stopp nicht beide anhält.
- Riegelwerkstation Eine Riegelwerkstation ist die Maschine, die Ständer, Schwelle, Rähm und Riegel zu einem Wandrahmen zusammensetzt und vernagelt.
- Roboterzelle Eine Roboterzelle ist ein abgegrenzter Arbeitsplatz, in dem ein oder mehrere Industrieroboter eine festgelegte Aufgabe automatisch ausführen.
- Schwenkkran Ein Schwenkkran ist ein Kran mit einem waagerechten Ausleger, der um eine Säule oder Wandkonsole schwenkt und ein Hebezeug oder Werkzeug trägt.
- Stapelstation (Linienende) Die Stapelstation ist der letzte Schritt einer Fertigungslinie, in dem fertige Elemente in Verlade- und Montagereihenfolge gestapelt werden.
- Wandfertigungsanlage Eine Wandfertigungsanlage ist eine Folge verketteter Stationen, die eine Wand vom Riegelwerk bis zum fertigen Wandelement herstellt.
- Wendetisch (Schmetterlingstisch) Ein Wendetisch (Schmetterlingstisch) ist ein klappbarer Arbeitstisch, der Wand-, Decken- oder Giebelelemente wendet und aufrichtet, um beide Seiten zu bearbeiten.
Daten & Software
- BIM (Building Information Modeling) BIM ist die Methode, ein Gebäude über ein gemeinsames digitales Modell zu planen und zu verwalten, das Geometrie und Informationen zu jedem Bauteil enthält.
- CAD/CAM CAD/CAM verbindet rechnergestütztes Konstruieren und Fertigen, sodass Maschinen direkt aus den Planungsdaten statt nach manuellem Aufmaß arbeiten.
- CDT-Datei Eine CDT-Datei ist das Datenformat, mit dem Randek-Anlagen ein Bauelement so genau beschreiben, dass Maschinen es fertigen können.
- Engpass (Produktion) Ein Engpass ist der Schritt in einem Produktionsprozess mit der geringsten Kapazität, der die Ausbringung der gesamten Linie begrenzt.
- Produktionsplanung Die Produktionsplanung legt fest, was ein Werk in welcher Reihenfolge und auf welcher Anlage fertigt, um Liefertermine mit der verfügbaren Kapazität einzuhalten.
- Rückverfolgbarkeit Rückverfolgbarkeit heißt, für jedes gefertigte Element nachweisen zu können, wann, wo, aus welchem Material und mit welchem Ergebnis es entstand.
Baustoffe
- Bauholz (Konstruktionsholz) Bauholz ist festigkeitssortiertes Schnittholz, das mit bekannten Eigenschaften in tragenden Konstruktionen eingesetzt werden kann.
- Beplankung Die Beplankung besteht aus großformatigen Platten (OSB, Sperrholz, Gips), die auf einem Holz- oder Stahlrahmen befestigt werden und ihn schließen und aussteifen.
- Brettschichtholz (BSH) Brettschichtholz (BSH) ist ein tragendes Holzprodukt aus mehreren faserparallel miteinander verleimten Brettlamellen.
- Brettsperrholz (BSP) Brettsperrholz (BSP, CLT) ist eine massive Holzplatte aus kreuzweise verklebten Brettlagen, wobei jede Lage rechtwinklig zur darunterliegenden verläuft.
- Dampfbremse (Dampfsperre) Eine Dampfbremse ist eine Bahn auf der warmen Seite der Dämmung, die begrenzt, wie viel Feuchtigkeit aus der Raumluft in Wand oder Dach eindringen kann.
- Einblasdämmung Einblasdämmung ist loser Dämmstoff (Zellulose, Glas- oder Steinwolle), der in einen Hohlraum eingeblasen wird, bis dieser mit einer festgelegten Dichte gefüllt ist.
- Furnierschichtholz (LVL) Furnierschichtholz (LVL) ist ein Holzwerkstoff aus dünnen, faserparallel miteinander verklebten Furnieren.
- Gipsplatte (Gipskartonplatte) Eine Gipsplatte (Gipskartonplatte) ist eine Platte aus Gips zwischen Karton- oder Faserdeckschichten, verwendet für Innenbekleidungen und den Brandschutz.
- Holzfeuchte Die Holzfeuchte ist das Gewicht des Wassers in einem Stück Holz, ausgedrückt in Prozent seines Darrgewichts (Trockengewichts).
- Nut und Feder Nut und Feder ist ein Kantenprofil, bei dem die Feder einer Platte in die Nut der nächsten greift und die Platten zu einer durchgehenden Fläche verbindet.
- OSB-Platte Eine OSB-Platte (Grobspanplatte) ist eine tragende Holzwerkstoffplatte aus verklebten, verpressten Spanlagen mit ausgerichteten Deckschichten.
- Sperrholz Sperrholz ist eine Platte aus verleimten Holzfurnieren, deren Faserrichtung von Lage zu Lage um 90° wechselt, was Festigkeit in beiden Richtungen ergibt.
Qualität & Nachhaltigkeit
- Bauabfall Bauabfall ist das überschüssige Material, das beim Bauen entsteht, von Holzverschnitt und Plattenresten bis zu Verpackungen und beschädigter Ware.
- Ergonomie in der Produktion Ergonomie in der Produktion heißt, Arbeit so zu gestalten, dass sie ohne Überlastung möglich ist: Heben, Haltung und Wiederholung in sicheren Grenzen.
- Graue Emissionen Graue Emissionen sind die Treibhausgase aus Herstellung, Transport und Einbau der Baustoffe eines Gebäudes, im Unterschied zu den Emissionen im Betrieb.
- Maßtoleranz Die Maßtoleranz ist die zulässige Abweichung von einem Sollmaß, etwa wie stark ein Wandelement von seiner geplanten Länge, Höhe oder Rechtwinkligkeit abweichen darf.
- Stillstandszeit Die Stillstandszeit ist die Zeit, in der eine Maschine oder Anlage nicht produziert, etwa wegen Störungen, Umrüstungen, Materialmangel oder geplanter Wartung.
Nagelplattenbinder
- Auflagerknoten (Binderfuß) Der Auflagerknoten ist der Knoten an jedem Binderende, an dem Ober- und Untergurt zusammentreffen, meist direkt über der tragenden Wand.
- Aufsatzbinder (zweiteiliger Binder) Ein Aufsatzbinder ist ein hoher Binder aus zwei Teilen: einem Grundbinder und einem separaten Aufsatz, der auf der Baustelle daraufgesetzt wird.
- Binder mit angehobenem Untergurt Ein Binder mit angehobenem Untergurt hat seinen Untergurt oberhalb der Wandauflager und ergibt eine höhere Decke oder mehr Kopfhöhe darunter.
- Binder mit dachparalleler Decke Ein Binder mit dachparalleler Decke ergibt eine hohe, schräge Decke, bei der der Untergurt ganz oder teilweise der Dachneigung folgt.
- Binder mit einseitig geneigter Decke Ein Binder mit einseitig geneigter Decke ergibt eine Decke, die auf einer Seite schräg ansteigt und auf der anderen waagerecht ist, für teils offene Räume.
- Binder mit erhöhtem Auflagerknoten Ein Binder mit erhöhtem Auflagerknoten ist am Auflager höher, sodass die volle Deckendämmung bis über die Außenwand geführt werden kann.
- Binder mit trapezförmigem Untergurt Bei einem Binder mit trapezförmigem Untergurt steigt der Untergurt an den Seiten an und verläuft in der Mitte waagerecht, für eine erhöhte, trapezförmige Decke.
- Binder mit überhöhtem Untergurt Ein Binder mit überhöhtem Untergurt hat einen zur Mitte leicht ansteigenden Untergurt, der etwas mehr Raumhöhe und eine flach geneigte Decke ergibt.
- Bogenbinder Ein Bogenbinder hat einen gekrümmten Obergurt und einen geraden Untergurt, wie Bogen und Sehne, und überspannt große stützenfreie Hallen.
- Dachneigung Die Dachneigung ist der Winkel der Dachfläche, in Europa meist in Grad angegeben, in Nordamerika als Steigungsverhältnis (z. B. 6/12).
- Dachüberstand (Traufüberstand) Der Dachüberstand ist der Teil des Obergurts, der über die Außenseite der Wand hinausragt und die Traufe des Dachs bildet.
- Deckenbinder Ein Deckenbinder ist ein Parallelbinder, der als Deckenbalken dient und durch dessen offenes Fachwerk Installationen geführt werden können.
- Doppel-Howe-Binder Ein Doppel-Howe-Binder erweitert die Howe-Anordnung um zusätzliche Pfosten und Diagonalen, für große Spannweiten und hohe Lasten.
- Doppel-W-Binder Ein Doppel-W-Binder verdoppelt die W-förmige Füllstabanordnung des W-Binders, damit der Binder größere Spannweiten oder höhere Lasten aufnehmen kann.
- Doppeltes Hängewerk Ein doppeltes Hängewerk hat statt einer zwei senkrechte Hängesäulen und kann dadurch weiter spannen als ein einfaches Hängewerk.
- Doppeltes Hängewerk mit Diagonalen Ein doppeltes Hängewerk mit Diagonalen ergänzt die beiden Hängesäulen um diagonale Füllstäbe und überbrückt so größere Spannweiten als das einfache Hängewerk.
- Einfaches Hängewerk Ein einfaches Hängewerk ist der einfachste Nagelplattenbinder: zwei Obergurte, ein Untergurt und eine senkrechte Hängesäule vom First zur Untergurtmitte.
- Fächerbinder Ein Fächerbinder hat Füllstäbe, die von Punkten am Untergurt fächerförmig zum Obergurt verlaufen und den Obergurt zusätzlich stützen.
- Firstpfettendach Ein Firstpfettendach wird von einem tragenden Balken entlang des Firsts getragen, sodass die Decke bis unter den First offen bleiben kann.
- Firstpunkt (Firstknoten) Der Firstpunkt ist der höchste Punkt eines Satteldachbinders, an dem sich die beiden Obergurte unter dem Dachfirst treffen.
- Füllstab (Binder) Füllstäbe sind die inneren Stäbe eines Binders, die Ober- und Untergurt verbinden und den Binder in Dreiecke gliedern.
- Gekappter Binder Ein gekappter Binder ist ein Binder, dessen eines Ende verkürzt und mit einem senkrechten Pfosten abgeschlossen ist, sodass er vor seiner vollen Form endet.
- Geneigter Parallelbinder Ein geneigter Parallelbinder ist ein leicht schräg gestellter Parallelbinder für flach geneigte Dächer, auf denen das Wasser in eine Richtung abfließen soll.
- Giebelbinder Ein Giebelbinder ist der Binder auf einer Giebelwand, der statt Diagonalen senkrechte Ständer hat, an denen die Fassadenbekleidung befestigt werden kann.
- Hauptbinder (Mehrfachbinder) Ein Hauptbinder ist ein verstärkter, oft mehrlagiger Binder, der die Lasten anderer Binder oder eine Einzellast aufnimmt.
- Howe-Binder Ein Howe-Binder hat senkrechte Pfosten und zur Mitte hin geneigte Diagonalen, eine Anordnung für größere Spannweiten und höhere Lasten.
- Kehlbalken Ein Kehlbalken ist ein waagerechter Balken, der zwei gegenüberliegende Sparren oder Obergurte zwischen Traufe und First miteinander verbindet.
- Kniestock (Drempel) Ein Kniestock (Drempel) ist eine niedrige senkrechte Wand oder Stütze unter der Dachschräge, die die niedrige Seitenwand eines Raums im Dach bildet.
- Mansardbinder Ein Mansardbinder ergibt ein Dach mit zwei Neigungen je Seite, einer steilen unteren und einer flachen oberen, wie bei einer traditionellen Scheune.
- Nutzraumbinder Ein Nutzraumbinder lässt in der Dachmitte einen offenen, rechteckigen Raum frei, sodass der Dachraum als Wohn- oder Nutzraum dienen kann.
- Obergurt Der Obergurt ist der obere, meist geneigte Stab eines Binders, der die Dachneigung bildet und die Dacheindeckung trägt.
- Parallelbinder Ein Parallelbinder hat parallel verlaufende Ober- und Untergurte und wird für Flachdächer, flach geneigte Dächer und teilweise für Decken verwendet.
- Pultdachbinder Ein Pultdachbinder hat nur einen geneigten Obergurt und bildet ein Dach, das nur in eine Richtung fällt.
- Rahmenbinder (A-Binder) Ein Rahmenbinder (A-Binder) ist ein Nagelplattenbinder aus Obergurten, Untergurt, Kehlbalken und seitlichen Pfosten, der den Dachraum für einen Wohnraum freihält.
- Satteldach Ein Satteldach hat zwei geneigte Dachflächen, die sich an einem mittigen First treffen, mit einer Giebelwand an jedem Ende.
- Satteldachbinder mit ungleicher Neigung Ein Satteldachbinder mit ungleicher Neigung hat auf beiden Seiten unterschiedlich geneigte Obergurte und ergibt ein asymmetrisches Dach mit versetztem First.
- Scherenbinder Ein Scherenbinder hat einen geneigten Untergurt, sodass die Decke darunter der Dachneigung folgen und einen hohen, offenen Raum bilden kann.
- Spannweite (Binder) Die Spannweite eines Binders ist der Abstand zwischen seinen Auflagern, meist von Außenkante zu Außenkante der tragenden Wände gemessen.
- Umgekehrter Binder Bei einem umgekehrten Binder steigt der Untergurt vom Auflager weg nach außen an, wie bei einem auf den Kopf gestellten Pultdachbinder.
- Untergurt Der Untergurt ist der untere Stab eines Binders, der die beiden Binderenden zugfest verbindet und meist die Decke trägt.
- W-Binder (Fink-Binder) Ein W-Binder ist der Standardbinder für Satteldächer mit W-förmig angeordneten Füllstäben und die am häufigsten verwendete Binderform im Hausbau.
- Walmbinder Walmbinder sind ein Satz von Bindern abnehmender Höhe, die zusammen die geneigte Stirnseite eines Walmdachs bilden.
- Walmdach Ein Walmdach ist an allen Seiten geneigt, auch an den Stirnseiten, sodass das Gebäude keine senkrechten Giebelwände hat.
Wände
- Anschlagpunkte (Hebepunkte) Anschlagpunkte sind vorbereitete Stellen an einem Fertigteilelement, an denen es am Kran angeschlagen wird, um es sicher und schadenfrei zu heben.
- Außenwand Die Außenwand trennt das Innere eines Gebäudes vom Außenraum, trägt Lasten und schützt vor Witterung, Kälte und Lärm.
- Elementstoß Der Elementstoß verbindet zwei Fertigteilelemente auf der Baustelle; Tragwerk, Dämmung, Luftdichtheit und Fassadenbekleidung müssen dort durchgehend geschlossen werden.
- Feuerwiderstand Der Feuerwiderstand gibt an, wie lange ein Bauteil im Normbrand Tragfähigkeit, Raumabschluss und Wärmedämmung behält, in Europa als Klassen wie REI 60.
- Hinterlüftung Die Hinterlüftung ist der durch Lattung gebildete Luftspalt hinter der Fassadenbekleidung, über den Feuchte abgeführt wird und die Wand austrocknen kann.
- Holzfaserdämmung Holzfaserdämmung aus Nadelholzfasern wird als Matten, Platten oder Einblasdämmung in Wand und Dach eingesetzt, als nachwachsende Alternative zu Mineralwolle.
- Innenwand (Trennwand) Eine Innenwand teilt den Raum innerhalb eines Gebäudes; sie kann tragend oder nichttragend sein und besteht meist aus einem beidseitig beplankten Ständerwerk.
- Luftdichtheit Die Luftdichtheit beschreibt, wie wenig Luft unkontrolliert durch die Gebäudehülle strömt; gemessen wird sie mit dem Blower-Door-Test.
- Mineralwolle Mineralwolle ist ein Dämmstoff aus Glas- oder Steinfasern, der als Matten, Rollen oder Einblasdämmung die Gefache zwischen Ständern und Balken füllt.
- Schallschutz Schallschutz ist die Fähigkeit eines Bauteils, die Übertragung von Lärm von einem Raum in einen anderen zu mindern, über die Luft oder über die Konstruktion.
- Scheibenwirkung (Aussteifung) Die Scheibenwirkung ist die Fähigkeit einer Wand, horizontale Kräfte wie Wind aufzunehmen, ohne sich vom Rechteck zum Parallelogramm zu verformen.
- Ständerabstand (Achsmaß) Der Ständerabstand ist das Achsmaß von Ständermitte zu Ständermitte, in Deutschland meist 62,5 cm, in Skandinavien 60 cm, in Nordamerika 16 oder 24 Zoll.
- U-Wert Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil geht, in W/(m²·K); je niedriger der Wert, desto besser die Dämmwirkung.